Sie sehen sofort, in welchem Dorf die ANDHERI HILFE aktiv war und in welchem noch nicht

|  Indien, Bangladesch und wir

Impressionen von einer Projektreise mit der Vorsitzenden der ANDHERI HILFE, Elvira Greiner, nach Uttar Pradesh

Stellen Sie sich vor: Sie sind in einem für Sie fremden Land, Indien. Sie sind in einer der ärmsten Regionen im Norden Indiens in Uttar Pradesh. Es ist ein agrarisch bestimmtes Bundesland, in dem durch den Klimawandel die Erträge der Kleinbauern immer geringer werden.

Sie sind in Dörfern, in denen die Ärmsten der Armen leben, in denen Mangelernährung herrscht und die junge Menschen verlassen müssen, um als Wanderarbeiter etwas Geld zu verdienen. Ich habe solche Dörfer zusammen mit der Vorsitzenden der ANDHERI HILFE, Frau Greiner, besuchen können und unermessliches Elend gesehen.

Wir waren in Dörfern, in denen die ANDHERI HILFE noch nicht aktiv war, aber mit indischen Partnern aktiv werden will. Und wir waren in Dörfern, in denen die ANDHERI HILFE für wenig Geld zehn Jahre gearbeitet hatte. Welch ein Unterschied!  Schon allein in den Gesichtern der Frauen.

Dort, wo die ANDHERI HILFE im Einsatz war, lächelten sie uns an, hatten Selbstbewusstsein entwickelt und sich oft eine eigene kleine Existenzgrundlage geschaffen. Sie hatten vor allem gelernt, ihre Rechte einzufordern und von den zahlreichen indischen Regierungsprogrammen zur Unterstützung der Ärmsten zu profitieren. Die jungen Mädchen gingen ausnahmslos zur Schule. Einige wollten gar studieren. In der Schule sangen sie Lieder, die sich gegen Mädchentötung und Kinderehen richteten. Einige Frauen sagten sogar, sie würden ihren Töchtern keine Mitgift mehr mitgeben, denn dies treibe die Familien in riesige Schulden, sie würden eine solche auch bei der Verheiratung ihrer Söhne nicht akzeptieren.

Welch ein Erfolg nach zehn Jahren engagierter Arbeit der ANDHERI HILFE! Die Bewohnerinnen und Bewohner haben eine neue Zukunft, setzen sich über tief verwurzelte Traditionen hinweg und können ihren weiteren Entwicklungsprozess in die eigenen Hände zu nehmen.

Für mich beeindruckend war auch die Professionalität unserer indischen Partner. Und die Tatsache, dass die Mitarbeiter in den Projekten nicht nur einen Job machen, sondern mit Begeisterung , Sachkenntnis und Einfallsreichtum hinter der Sache stehen. Sie schaffen es, unglaubliche Veränderungen zu bewirken.
Jetzt haben in den "ANDHERI-Dörfern" alle Strom, Wasser, Kanalisation, Kindergärten und Schulen, weil die Menschen in die Lage versetzt wurden, all dies von der Regierung einzufordern.  Aber, was noch viel beeindruckender ist: es gibt keine Kinderheiraten mehr, Mädchen werden nicht mehr abgetrieben, Frauen gestalten das Dorfleben aktiv mit.

Unsere Partnerorganisation Arunoday Sansthan will nach diesem Erfolg die Arbeit in 19 weiteren Dörfern aufnehmen. Ein Durchschnittsbeitrag von 1.270 Euro pro Dorf reicht schon für Maßnahmen im ersten Jahr.

Es war wichtig, die Arbeit der ANDHERI HILFE einmal vor Ort zu sehen. Bei ANDHERI stimmen einfach Worte und Taten überein.

Dr. Maria Hohn-Berghorn (Seit 2007 Mitglied im Vorstand der ANDHERI HILFE)

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