Eine Zeitreise durch Indien und Bangladesch

Erstellt von Elvira Greiner | |  Indien, Bangladesch und wir| ReiseberichtIndien

Teil 2: Wasser ist Leben!

Im zweiten Teil des Foto-Reiseberichtes geht es für Elvira Greiner, erste Vorsitzende der ANDHERI HILFE, zu unseren Partnern ins südliche Jharkhand.

Der zweite Teil meiner Reise - in Bildern

Was für ein herzliches Willkommen mit einem traditionellen Tanz der Munda, der indigenen Bevölkerung hier in den Dörfern im Khunti Distrikt, südlich von Ranchi!

Wie anders sehen die Dörfer hier aus, als in dem Minengebiet im Norden! Zwar auch hier einfache Lehmhäuser, aber hier kann man leben!

Ein Willkommensgruß mit einer Girlande aus „Marygold“: eine gute Einnahmequelle für manche Frau des Dorfes!

Doch jetzt genug der Begrüßung. Auf geht’s in die Dörfer! Manche sind nur per Motorrad zu erreichen. Na dann! Ich bin bei diesen Wegen sehr froh, in Vipin einen erfahrenen Fahrer zu haben!

Ein „Natural Ressource Management Projekt“ braucht sehr viel an Wissen, Erfahrung und Vorbereitung. Ich zwar zuletzt 2014 hier, in der Pilotphase. Jetzt bin ich gespannt! Sujaya, die Projektleiterin von unserer Partnerorganisation WOTR erläutert die detaillierten Pläne.

An der höchsten Stelle im Wassereinzugsgebiet müssen die Arbeiten begonnen, Erosionsrinnen verbaut werden, damit der heftige Monsunregen nicht die fruchtbare Erde wegschwemmt.

In kleinen „Farm Ponds“ sammelt sich das Wasser, kann versickern, der Grundwasserspiegel steigt allmählich wieder an.

Das Ergebnis zeigen mir die Dorfbewohner voller Stolz: Seit Jahrzehnten vertrocknete Brunnen führen wieder Wasser! Damit wird eine zweite Ernte möglich!

Auch das Ausheben der alten Teiche hat sich gelohnt: Hier sammelt sich jetzt reichlich Wasser, das Vieh hat zu trinken und außerdem haben die Dorfbewohner mit Fischzucht begonnen.

Traditionelles Wissen wird mit neuen Erkenntnissen kombiniert: alt bewährtes Saatgut – hier von Fingerhirse – wird wieder genutzt! 

Stolz zeigt mir der Bauer ein Stück Land, welches von Buschwerk überwuchert war, so lange er denken kann. Jetzt hat er es gerodet und mit Hilfe von Tröpfchenbewässerung wird hier ein Mango-Hain entstehen.

Strahlende Gesichter! Er hatte sich nicht vorstellen können, dass er in seinem von Dürre geplagten Dorf solche Veränderungen erleben würde!

Ich frage nach: Was ist mit den Familien, die kein Landbesitz haben? Sie haben gezielt Unterstützung für alternative Einkommensmaßnahmen erhalten. Eine ganze Bandbreite zeigen sie mir. Viehzucht gehört dazu. Selten habe ich so gut genährte Rinder, Ziegen und Schafe gesehen!

Diese Witwe konnte mit einer kleinen Hühnerzucht beginnen.

Und dann hörte ich, ein Mann aus dem Dorf habe ein kleines Hotel eröffnet. Ich ahnte es schon: Übernachtungsmöglichkeiten gibt es hier wohl nicht. Aber mit Tee und Snacks verdient er seinen Lebensunterhalt!

Und dann gibt es da noch den Schelllack! Ja, dieser kommt aus Jharkhand! Die Lack-Schildlaus lebt auf ganz bestimmten Bäumen und liefert den kostbaren Rohstoff. Auch hier erlebe ich wieder, wie alt hergebrachtes Wissen ideal mit neuen Erkenntnissen kombiniert wird, so dass das Einkommen deutlich gesteigert wird.

Bei meinem letzten Besuch vor vier Jahren machte ich mir große Sorgen um die vielen unterernährten Kinder. Inzwischen sehe ich überall Gemüsegärten – und gut ernährte Kinder!

Dieses Strahlen ist für mich Ausdruck der Stimmung in diesen Dörfern: Zuversicht, Selbstvertrauen, Lebensfreude! Ich bin dankbar, dass wir hierzu beitragen können!

Ihre Ansprechpartnerin

Elvira Greiner
Erste Vorsitzende der ANDHERI HILFE

Kontakt

E-Mail

Telefon: 0228 / 926 525 33

 

 

Bald folgt der dritte Teil des Foto-Reiseberichtes, in dem es ins Naxalitengebiet Jharkands geht!

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